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Der Roller wurde im ebay für kleines Geld als 'Greenracer 1' geschossen. Abzuholen war er in der Nähe von Graz frei Bordsteinkante. Das war recht praktisch, da die Schwiegereltern ja in der Steiermark wohnen. Nach dem Kauf fuhr ich da also mit dem leergeräumten VW-Bus hin und bekam den Roller per Stapler sauber eingeladen. Vor Ort musste er natürlich ausgeladen werden was sich als nicht ganz einfach erwies, bei einem Kampfgewicht von 116kG Roller plus ca. 20-30 kG Kiste, in der er eingebaut war. Leider habe ich hiervon keine Fotos. Der Roller war in einen Stahlrahmen eingebaut, der erstmal den Boden vom VW-Bus ruiniert hat :-( Nach einigen Demontagearbeiten war er freigelegt und konnte komplettiert werden. Mangels eines funktionsfähigen Ladegerätes fuhr er in der Steiermark aber nicht wirklich. Er wurde nach München verfrachtet und mit dem ersetzten Ladegerät erstmal aufgeladen. Nach einigem probieren diente er im Sommer 2008 als Transportmittel zur Arbeit (17km einfach). So sieht der Roller aus:
Greenracer 1

Der Roller wog 116kG und war nur mit viel Mühe auf den Hauptständer zu bekommen. Bei mir gings noch, aber meine Frau tat sich aufgrund der schweren Bleianker sehr sehr schwer mit dem Handling. Als erster Umbau wurde der Originale Verbinder zwischen den Akkus und der Elektronik durch Hochstrom-Modellbaustecker ersetzt. Hier zu sehen die Werksseitige Verkabelung, mit chinesischen Lüsterklemmen zweifelhafter Qualität. Beim ersten Festschrauben brach die Hälfte der Klemmen, was in brennenden Kontakten bei Betrieb geendet hätte. Originale Verbindungen

Da die Batterien leider schon ab 1500km während des Sommers nachliessen, wurde er ab Herbst 2008 nur noch zum Einkaufen ums Eck benutzt. Anscheinend waren die originalen Blei-Silizium-Akkus durch Tiefentladung aufgrund rumstehens schon vorgeschädigt. Ein Umbau auf LiFePo4 schien deswegen angebracht. Nch längerem Suchen wurden bei EVComponents in den USA TS-LFP 40AHA der Fa. Thundersky geordert. Das sind Zellen mit 40AH Nominalkapazität. Nach etlichen Wochen kamen die Zellen dann direkt aus China:
Donnerhimmel Kiste

Über den Winter stand der Roller erstmal aufgrund von Weiterbildungsmaßnahmen seines Besitzers. Nach den Prüfungen gings los: Roller unter Protest des weiblichen Familienvorstandes ins Wohnzimmer geräumt und die alten Bleianker ausgeräumt:
Batteriekorb mit Bleiakkus

Dann wurden die Akkus mit den Balancermodulen von Lipopower eingebaut: Gut gemessen, sie haben genau reingepasst:
Eingebaute LiFePos

In den Batteriekorb passten jedoch nur 15 Zellen rein (3*5), so dass die 16te Zelle kurzerhand liegend unter die Verkleidung gesteckt wurde. Eine Schutzverkleidung gegen Schmutzwasser wurde angefertigt, und aus den originalen Batteriekorsett wurde eine Halterung geschaffen: 16te Zelle

So, Zellen alle verkabelt, nun noch etwas Heißkleber zur Sicherung der Schrauben. Das empfinde ich als Nachteil der Balancer-Platinen mit Kontaktierungsschlitz: Bei den 40Ah-Zellen ist das alles viel zu Groß und recht labberig, daher kann man die Schrauben nicht so richtig anziehen. Deswegen Heißkleber, dass nicht eine mal eben so aufgeht...
Heißkleber

So, um einen weiteren Nachteil der Balancerplatinen zu kompensieren, wurde über die ganzen Zellen (nein, nur die 15 im Batteriekorb) ein Blech gelegt, um die evtl. anfallende Hitze zu verteilen und einem Brand vorzubeugen. Das Blech stammt aus einem alten PC-Gehäuse. War vorhanden und schon lackiert :-)
Akkus mit Blech

Nach dem Zusammenbau war der Moment gekommen: Der Roller lief, aber die Spannung brach ziemlich ein. Daher wurde er nochmal auseinandergebaut, die Kontakte der Zellen ein wenig abgeschmirgelt um die Oxidschichten zu entfernen und das ganze wieder mit Bosch Polfett zusammengebaut. So nebenbei wurden noch einige Leitungen verstärkt. Seitdem tut das ganze einwandfrei, der Roller hat nun >50km Reichweite (original waren nie viel mehr als 35km drin) und ist vom Handling her durch die deutlich leichteren Akkus viel angenehmer. Die Akkus wiegen jetzt ca. 33kG. Vorher waren über 60kG zu verzeichnen.
Fazit: Der Umbau hat sich gelohnt, der Arbeitsaufwand war eigentlich überschaubar, nur die Bestellung der Zellen war damals noch ein wenig 'abenteuerlich'. Ist aber heutzutage kein Thema mehr...




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