Zurück zur Hauptseite Meine Gedichte 1987-1992

Trennung


Benebelt und geknebelt liege ich
in sehnsuchtsvoller Erwartung
vor dem Ungesagten
nie passiertem
niemals begangenen
Glück
In erstrebenswertem Wahnsinn
an Dich
die Natur Deiner
gewollten, vergebenden
Charakterstärke
verarbeitet
zu einem Sinnbild
Deines Charakters
einem fließenden Abdruck
von Dir
der in mich läuft,
sich ausbreitet,
festsetzt,
ein Teil von mir wird,
sich verwandelt
in beißende Säure
die mich zerfrißt
bei dem Gedanken Dich zu verlassen.
Trugbilder
Deines Gesichts
Deiner Augen
ich kann es nicht glauben
Ich sterbe in Vergangenheit
gebeutelt, getreten, geselliges Leid
und trete mit Unzucht in Deine Träume
die Scham, der Gram, ich werd' Dich verlassen
in glückendem Wahnsinn gekonnt und gelassen
vergebe ich
bestehe ich
die Tat der Scheidung
gewollte Beschneidung
in ewiger Scham
und brechender Gram
verstehe ich
mein Sinnbild nicht
verlassen, vereinsamt
verstorbenes Sein
Charakter zerfällt in grelles Licht
verblaßt, verschimmert in grabendes Dasein
Die Suche - verfluche - nach Dunkelheit
der ewige Tod, das Ende vom Leid


Buggi 4.1.89, 22/2/89