Zurück zur Hauptseite Meine Gedichte 1987-1992

Die öde Welt


Ich bin so traurig
Die Welt zerfließt in tausend graue Schleier
Ich fühle mich leer, wie ausgelaufen
Die Welt ist trist, die Welt ist grau
Der Himmel ist schwarz, nicht himmelblau
Alles ist öde, nichts hat mehr Reize
Ich fühle nichts als ätzende Beize
Ich fühl' mich so schwach, zu schwach um zu leben
Zu schwach um zu sterben, zu schwach um zu streben
Ich wollte nur streben nach etwas mehr Glück
Ich wollte es gäbe eine riesige Brück'
Die wegwischt die Weiten, die zwischen uns liegen
Ich wünsch mir so sehr, ich könnte jetzt fliegen
Die Leute sagen, die Welt ist klein
Doch sie berechnen die Entfernung nicht ein
Man trifft sich hier, man trifft sich dort
Man trifft sich häufig am gleichen Ort
Doch wie oft trifft man sich ?
Einmal im Monat ?
Einmal im Jahr ?
Einmal im Leben ?
Ich fühle, ich muß Dich jeden Tag sehn'
Ich sagte Dir dauernd, Du darfst nicht gehn'
Doch Du mußt gehn', Du kannst nichts dafür
Ich sage `Tschüß` und öffne die Tür
Ich frage Dich `Wann sehn' wir uns wieder` ?
Du sagst `Hoffentlich oft`
Einmal im Monat ?
Einmal im Jahr ?
Noch einmal im Leben ?
Man weiß es nie
Und Du entschwindest an einen anderen Ort
Die Welt ist so klein
Doch der Ort ist so fern, und Du bist dort


Buggi 8/87